Während der Ferien

Von Jonathan: Seit einigen Wochen haben die Schüler unseres Colegios Ferien. „Unterrichtsfreie Zeit“, betonen die Lehrer in Deutschland um auszudrücken, dass sie zwar nicht unterrichten, aber bis zum Halse in Arbeit stecken.  😉 (für junge Lehrkräfte kann ich das auch bestätigen…)

Am Colegio Diospi Suyana läuft das anders. Während die anderen Kinder ihre Ferien genießen oder während der Januarwochen am Ferienprogramm teilnehmen (Sport, Tanzen, Basteln, Kochen, …), schwitzen die deutschen Kinder, die nicht im Heimataufenthalt oder im Urlaub sind, im Deutschraum und lernen. Manche täglich für mehrere Stunden, andere nur ab und zu. Ich bin täglich da und betreue sie mit Hilfe der Lernhelfer. Am Nachmittag und wenn keine oder wenige Schüler da sind, bereite ich die Materialien vor.

Seit dieser Woche sind auch die anderen Lehrkräfte wieder vor Ort. Sie müssen an unseren schulinternen Curricula weiterarbeiten oder an Fortbildungen, Informationsveranstaltungen, etc. teilnehmen. Unser Februar ist nun voll verplant. Wir haben uns sehr viel vorgenommen und beten, dass GOTT Gnade schenkt, dass wir wenigstens ein Großteil davon schaffen.

Für mich ist diese Vorbereitung besonders spannend, weil ich zum ersten Mal eine Klassenleitung übernehme. Ich hoffe und bete, dass ich mich selbst damit nicht übernehme. Das Spanische ist und bleibt dabei die größte Herausforderung.

Mandy hatte gestern ihre erste Teamsitzung. Sie arbeitet im kommenden Schuljahr mit den Kindern, die in ihrem letzten Kindergartenjahr sind. Sie soll sie auf die Schule vorbereiten. Dazu wird sie sich einen zusätzlichen Raum mit unserer Logopädin teilen. Dafür wird sie auch sehr viel vorbereiten müssen, weil es bisher kaum Materialien gibt.

Für Euch bedeutet das mal wieder, dass Ihr uns im Gebet tatkräftig unterstützen dürft. 😊

 

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Unser Streichelzoo

Was wir an Peru (besonders) gerne mögen (4)

Manches ist in Peru echt unkompliziert. Wenn man irgendwelche Tiere halten will, dann macht man es einfach. In Deutschland wäre es zum Beispiel undenkbar, einfach Schweine in seinem Garten zu halten. Unsere Nachbarn, Familie Tielmann, beherbergen Schnitzel und Kotelett - noch! Bald dürfen die beiden ihrer Namensbestimmung nachgehen. ;-)

Wir haben da eher kleinere (Meer)Schweine. Eine Mama, die kürzlich drei kleine Babys zur Welt gebracht hat. Dadurch, dass die Meerschweinchen bei uns zur Welt gekommen sind, sind sie auch recht zahm. Kürzlich haben wir mit einem deutschen Schüler von Jonathan zwei unserer Babys gegen ein großes Männchen eingetauscht.


Außerdem haben wir Hühner. Vor einem halben Jahr haben wir vier junge Hühner auf dem Markt gekauft. Eines ist irgendwann gestorben und zwei haben immer wieder gekämpft. "Komisch", dachten wir und haben uns Expertenmeinungen eingeholt. Die zwei werden wohl nie Eier legen wurde uns gesagt. Nach ein paar Wochen war das auch deutlich zu sehen: aus zwei zahmen lieben Hühnern wurden stattliche Hähne. Ups!

Einen haben wir mit einer Nachbarin gegen ein Huhn eingetauscht. Den anderen Hahn wollte Jonathan behalten. Allerdings hat er sich in der Rangordnung langsam hochgekämpft. Zunächst wurde Mandy durch den Garten gejagt, dann Jaron und Luana (diese Reihenfolge hat der Hahn bestimmt...), als er dann auch einmal Jonathan angriff war Schluss. Er wurde auch eingetauscht. Mittlerweile dürften beide Hähne heiß gebadet haben. Unsere Hühner (Hanne, Anna, Heidi und Joey) sind total lieb und sehr zahm. Anna hat Jonathan einfach mal auf der Straße gekauft, als ein paar Frauen auf der Durchreise mit einer Menge Geflügel und anderem Getier waren (siehe Fotos).


Jonathan hatte Jaron und Luana zwei Katzen versprochen. Diese sollten sie in Curahuasi bekommen. Gesagt, getan. Keo und Nuna machen uns große Freude (siehe Blogeintrag vom 15.07.2018). Seit sie unseren Garten verlassen, haben sie auch Kontakt zu den Nachbarskatzen. Wie intensiv dieser Kontakt war, hat uns Nuna nun gezeigt. Sie ist jetzt stolze Mama von drei Babys.


Insgesamt hatten wir in unsren sieben Monaten in Peru fast 40 (!) verschiedene Kaninchen. Wir haben zwei Kaninchen übernommen, die in einem großen Tunnelsystem mehrfach geworfen haben. Kaninchen haben zwei Gebärmuttern und die wurden auch voll ausgenutzt. Die Kaninchen verkaufen oder verschenken wir dann. Anfang Januar hatten wir zu einem Zeitpunkt 30 Tiere! Vier Hühner, fünf Katzen, fünf Meerschweinchen und 16 Kaninchen. Mittlerweile haben wir nur noch ein Kaninchen. Vielleicht steigen wir jetzt auf eine Meerschweinchenzucht um. Wäre der Garten größer, könnte man auch über Truthähne nachdenken.

(Update: In dieser Woche entdeckte Mandy plötzlich fünf kleine Babykaninchen. Sie sind noch viel zu klein um draußen zu sein. Die Mutter buddelt den Bau immer wieder zu und öffnet ihn nur, um die Kleinen zu säugen. Wir dachten, wir hätten das hinter uns, weil der Vater aller Kaninchen schon seit vier Wochen nicht mehr bei uns ist. Da waren wir wohl eine Woche zu spät...)


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Dezember 2018

Wir wünschen allen ein gesegnetes Jahr 2019, das geprägt ist von der Gemeinschaft mit GOTT!

Es war ein bisschen still auf unserem Blog. Nicht, weil nichts los gewesen wäre, vielmehr, weil keine Zeit zum Schreiben blieb. Jonathans Eltern kamen zu Besuch und wir kosteten jede Stunde aus. Außerdem genießen wir unseren Urlaub und haben ein paar Tage überhaupt nichts gemacht.

Dafür gibt es heute ein paar Bilder mehr.

Weihnachtsgottesdienst

Am 21. Dezember war am Colegio der letzte Schultag und daher fand ein Weihnachtsgottesdienst statt, an dem Jonathan eine kurze Predigt gehalten hat. Für Jonathan war das sehr aufregend, weil er noch nie vor so vielen Menschen auf Spanisch reden musste. Für uns als Eltern war es schön zu erleben, wie Luana ihr erstes Kindergartenjahr abschließen durfte. Wir sind sehr dankbar, dass sie so in die Gruppengemeinschaft reingefunden hat und sich immer so auf den Kindergarten gefreut hat, um mit ihren Freunden spielen zu können.


Machu Picchu und der Regenwald

Mit Jonathans Eltern haben wir Machu Picchu besucht und waren im Regenwald. Freunde von Familie Bigalke haben dort eine Lodge. Der Regenwald ist unglaublich faszinierend mit all den verschiedenen Pflanzen und Tieren. Für uns waren es wunderschöne Tage und wir wollen unbedingt dorthin zurückkehren. Ein besonderes Highlight war auch das hauseigene Faultier.


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Kinderclubweihnachtsfeier und Schulbibliothekseröffnung

Zwölf Kinder mehr als sonst

In der vergangenen Woche feierten wir im Kinderclub eine kleine Weihnachtsfeier. Bei Temperaturen über 25 Grad nicht gerade winterlich, aber trotzdem schön. Wir sangen, spielten, lasen einen Teil der Weihnachtsgeschichte vor und es gab Panettone und Kakao. Zum krönenden Abschluss erhielten die Kinder Preise für ihre regelmäßige Teilnahme und das Aufsagen von Lernversen. Das lockte natürlich auch Kinder an, die bisher kaum da waren. Dadurch waren wir 48 (!) Kinder. Endlich erhielten die Kinder auch die Bibelcomics, die wir mit der Spende von Louis aus Marburg gekauft haben. Ein „Gracias, Louis!“ hielten wir auf Video fest.


Bücher als Tor zur Welt

Seit November hat Jonathan die Leitung unserer Schulbibliothek übernommen. Diese haben wir nun ganz offiziell eröffnet. Eigentlich ist sie schon seit Jahren geöffnet. Allerdings haben wir erst seit der vergangenen Woche ein Leihsystem eingerichtet, das auch den Schülern ermöglicht, Bücher auszuleihen. Das ist ein großer Segen, weil viele Schüler keine oder nur wenige Bücher zuhause haben. In Peru sind Bücher deutlich teurer als in Deutschland und daher gibt es nur eine schwache Lesekultur in Peru.

Eine unserer Spanischlehrerinnen in Cusco berichtete uns, dass sie während ihrer gesamten Schulzeit kein einziges Buch gelesen habe. Mit 17 fing sie an, selbstständig Bücher zu lesen. Sie erschloss sich damit eine für sie unbekannte Welt. Ihre Familie dachte, dass sie dumm sei und aus ihr nie etwas werden könne. Tatsächlich studierte sie Literatur und wurde Spanischlehrerin.

So ähnlich wünschen wir es auch unseren Schülern. Sie sollen Bücher als ein Tor zu anderen Welten verstehen und eine ausgeprägte Lesekultur entwickeln. Dazu wollen wir im kommenden Schuljahr vermehrt Leseaktionen anbieten.

Ein Artikel zu der Bibliothekseröffnung erschien auch auf der Homepage von Diospi Suyana.

https://www.diospi-suyana.de/einweihung-der-schulbibliothek/

 


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Feierliche Übergabe der Zertifikate

Von Mandy: Gestern haben wir unseren Mutter-Kind-Kurs feierlich abgeschlossen. Ich habe noch einen Vortrag zum Thema Schlafen gehalten und es kamen wie immer viele Fragen. Einen wirklichen Schlafrhythmus und auch Rituale vor dem Schlafengehen zu haben, ist hier eher selten.

Zu unserer letzten offiziellen Sitzung wollten wir den Mamas eine Freude machen und haben etwas Leckeres mitgebracht: es gab selbstgemachte „Torta tres leches“, Panettone und heiße Schokolade. Panettone und heiße Schokolade gibt es hier um die Weihnachtszeit immer und überall.

Die Mütter bekamen am Ende alle ihre Zertifikate für die Kursteilnahme feierlich überreicht und waren sehr stolz darauf. Dies wurde mit gefühlt hunderten von Fotos zelebriert. Eine Mutter erzählte auch, dass sie immer sehr gerne gekommen sei und sie super viel gelernt habe, aber dass es sie auch viel gekostet hätte, jede Woche regelmäßig und einigermaßen pünktlich zu kommen, weil das hier nicht so üblich ist, dass man verbindlich jede Woche kommt. Jede einzelne Mutter hat sich nochmals für den Kurs bedankt und gesagt, dass sie sehr viel gelernt hätten und dass es auch wie eine Auszeit im Alltag für sie gewesen sei. Eine erzählte sogar lachend, dass sie jeden Tag auf den Donnerstag hingefiebert hätte, wann endlich wieder Kurs sei. Viele Mamas kommen sonst nicht so aus ihrem Haus, weil sie dort viel arbeiten müssen und nur für Erledigungen rausgehen und nicht, um Zeit für sich und ihr Baby zu haben.

Ich bin sehr dankbar, dass viele für den Kurs gebetet haben. Auf Wunsch aller Mütter werden wir unsere wöchentlichen Treffen fortsetzen – nicht mehr ganz so strikt, nicht mehr mit Zertifikaten und auch nicht jedes Mal mit vorbereitetem Thema, aber jedes Mal mit einer Andacht, Liedern, Spielen, Kaffee und Zeit für Fragen bei netter Gemeinschaft.

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