!!! BITTE BEACHTEN: In Zukunft wird unsere Webseite unter www.familie-rosenkranz-in-peru.net erreichbar sein. !!!

(In den ersten Wochen wird es bei der Eingabe von .net noch auf .de zurückspringen.)

 

Lehrer-Campamento

Vom 07.-09. September hatten wir ein gemeinsames Camping-Wochenende mit den Lehrern, Erziehern und weiteren Mitarbeitern des Colegio Diospi Suyana. Es sollte dazu dienen, gemeinsam Zeit zu haben, sich auszutauschen und besser kennen zu lernen. Thematisch begleiteten uns ein Ehepaar aus Lima. Sie hatten etwas zum Thema Kommunikation - untereinander und mit GOTT, vorbereitet. Nachts war es im Zelt so richtig kalt, dafür war die Aussicht tagsüber sehr beeindruckend.

Eine Woche vor und nach "unserem" Wochenende waren sechs Klassen der Schule dort und haben eine Art Klassenfahrt gemacht.


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Eine neue Lebenserfahrung

Wir erleben hier ständig Neues. Das Gefühl, das wir am vorletzten Wochenende hatten, war aber nicht nur neu, es war ebenfalls sehr unangenehm. Es war das Gefühl, sich wegen seiner Hautfarbe unsicher zu fühlen.

Alles begann damit, dass ein alter Curahuasino, ohne Führerschein, ohne Versicherung und dazu noch besoffen mit seinem Geländewagen einen LKW und dann ein Taxi rammte. Hinten im Auto lag ein 35-jähriger und schlief. Das Ärzteteam von Diospi kämpfte tagelang um den Mann. 15 Leute kamen um diesem Mann Blut zu spenden. Dazu gehörte auch Mandy. Für sie ist Blut spenden nicht gerade ungefährlich. Auch unser Traumatologe, der Tag und Nacht um das Leben des Mannes kämpfte, spendete in einer Nacht Blut, obwohl er mit seinen Kräften schon völlig am Ende war. Eine tagelange Gebetskette der Missionare und Christen in verschiedenen Ländern wurde ins Leben gerufen. Der Mann starb nach acht langen Tagen. Alles vergeblich. So schien es. Wir hatten Kontakt zu seiner Schwägerin. Sie ging in Cusco mit uns in die selbe Gemeinde. Sie berichtete, dass er sich vom Glauben abgekehrt hatte. Durch den Unfall hat er sein Leben bereut und zu Jesus gefunden. Für ihn hat sich der Unfall gelohnt - so heftig das klingen mag.

Leider wurden in den Tagen danach schlimme Gerüchte in Curahuasi und sogar ganz Peru gestreut. Es lohnt sich, die Lügengeschichten (hier) nachzulesen. Diese Lügen führten dazu, dass uns als Missionare empfohlen wurde, nicht aus dem Haus zu gehen. Es wurden mehr als hundert Leute organisiert, die Randale machen sollten. Auch ein Bergdorf, das für seine Aggressivität bekannt sei, wurde mobilisiert. Sie liefen durch die Straßen mit Plakaten auf denen Botschaften standen wie: "Gringos, les haremos justicia!" (Weiße, wir werden euch richten!).

Wir erfuhren von dem Ganzen, als wir mit dem Schulkollegium zelten waren (etwa 1,5 Stunden von Curahuasi entfernt). Man sollte seine Autos sichern und am besten auch auf sein Haus aufpassen. Wir waren ja leider nicht da, um das tun zu können. Die ganze Situation hat uns schon echt Sorgen gemacht. Am Samstag musste Jonathan zudem nach Cusco fahren, um Anna abzuholen. Mandy und die Kinder sollten in Curahuasi bleiben. Da der Friedhof ganz in der Nähe von unserem Haus ist, waren wir uns besonders unsicher, ob Mandy und die Kinder wirklich nach Hause sollten. Sie blieben in der Zeit bei Familie Tielmann, die schräg gegenüber wohnen. Als wir dazu durch Curahuasi fuhren, fühlten wir uns sehr komisch. Was würde passieren, wenn uns jemand dieser Leute sähe. Würde er Steine schmeißen oder irgendwas anderes machen? Unsere Nachbarin empfahl Mandy auch in den Tagen danach sich nicht unbedingt auf der Straße blicken zu lassen. Sie bot an, für uns einzukaufen, etc. Wir haben vielen Leuten per WhatsApp geschrieben, dass sie doch bitte für uns beten sollten.

GOTT sei Dank ist nichts passiert. Überhaupt nichts. Unsere peruanische Nachbarin hat ihre Töchter zu der Beerdigung geschickt, nach der die Protestaktion losgehen sollte. Sie haben gehört, wie Leute versucht haben, die Beerdigungsbesucher für den Protest zu gewinnen und sie aufstacheln wollten. Die Curahuasinos haben aber abgelehnt. Die Leute seien daraufhin wütend verschwunden und wollten sich neu organisieren (wohl vergeblich). Ähnliches haben auch peruanischer Mitarbeiter von Diospi berichtet.

Die Curahuasinos haben ihre Loyalität gegenüber Diospi am vergangenen Wochenende noch stärker zum Ausdruck gebracht: sie haben eine Demonstration FÜR Diospi abgehalten. Besonders schön fanden wir ein Plakat auf einem Mototaxi auf dem stand: "Klaus und Martina, das Dorf gibt euch Rückendeckung und dankt euch!" HIER findet ihr auch Bilder und ein Video von dieser Veranstaltung.

Wir sind GOTT sehr dankbar, dass alles so gut ausgegangen ist. Es tut jetzt richtig gut, in Curahuasi unterwegs zu sein und zu wissen, dass die Einwohner voll hinter (und vor) uns stehen. Danke auch für eure Gebete!

Für uns war die Erfahrung besonders beeindruckend, weil wir gemerkt haben, wie gut es uns doch sonst geht (auch in Deutschland). Man braucht keine Angst vor Verfolgung zu haben. Wie geht es da Missionaren in anderen Ländern, Menschen in Kriegsgebieten oder Flüchtlingen auf der Flucht, bzw. leider auch IN Deutschland?

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Anna ist da!

Vor ein paar Wochen haben wir intensiv überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, ein Au-Pair zu haben. Wir wünschten uns jemanden, der ein wenig im Haushalt helfen könnte, sich vor allem aber um Luana und Jaron kümmern kann, wenn wir Aufgaben zu erledigen haben.

Gerade als unsere Überlegungen am intensivsten waren, kam die Nachricht von einer Missionarsfamilie aus Curahuasi, dass jemand gerne als Au-Pair nach Peru käme. Also haben wir uns gemeldet. Wir lernten Anna per WhatsApp kennen und vereinbarten, dass sie von September bis Dezember zu uns kommt.

Am Freitag ist sie dann in Lima gelandet und am Samstag hat Jonathan sie in Cusco abgeholt. Nachdem sie ein wenig Schlaf nachgeholt hat, lebt sie sich hier immer mehr ein. Wir freuen uns, dass sie hier ist und hoffen, dass es für sie und uns zum Segen wird!

 

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Kulturwoche

Vor kurzem hatten wir eine sogenannte Kulturwoche im Hospital von Diospi Suyana. Zunächst haben verschiedene Mitarbeiter Wissenswertes aus ihren Abteilungen weitergegeben. Danach haben wir erfahren, wie man in der Kultur der Quechua denkt. Es war sehr spannend zu hören, dass ein Geschenk von Nachbarn oft eine Vorleistung ist, damit sie einen um einen späteren Gefallen bitten können.

 

Eine Bitte nach Hilfe darf man aber nicht einfach ablehnen. Besser ist es, eine ausführliche Geschichte zu erzählen, in der dann nebenbei deutlich wird, dass man nicht helfen kann/möchte, ohne, dass man klar „Nein“ sagt. Mandy kann aber einfach sagen: "Da muss ich erstmal meinen Mann fragen." Oder, wenn klar ist, dass der Mann das (auch) nicht will, kann die Frau auch einfach sagen: "Mein Mann möchte das nicht." Dann ist die Sache auch erledigt und niemand ist gekränkt.

 

Besonders amüsant war eine Geschichte von Martina John. Ihr Mann, Klaus John, hatte tagsüber einen Patienten behandelt und abends rief eine Krankenschwester an. Sie fragte, wie es ihm ginge. Sie erkundigte sich auch, wie es Martina und den Kindern ginge. Da Klaus auf die Kultur einging, fragte er auch nach dem Wohlbefinden der Krankenschwester. Nachdem die persönlichen Höflichkeiten ausgetauscht waren, konnte er auch endlich nach dem Wohlbefinden des Patienten fragen (er war sich schon sicher, dass der eigentliche Anlass des Anrufes der Patient sein musste). Die Krankenschwester antwortete: "Un poquito mal." (Ein bisschen schlecht.) Martina beschrieb sehr lustig, wie Klaus völlig aus der Fassung geriet und nachfragte, was "un poquito mal" bedeuten solle. Die Krankenschwester antwortete: "Wir sind gerade dabei ihn zu reanimieren."

 

An dieser Geschichte wird schnell deutlich, wie unterschiedlich Quechua und Deutsche denken (beziehungsorientiert vs. leistungsorientiert).

 

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Der Monat des Kindes

In dieser Woche feierten die Kinderclubs von Diospi Suyana den Monat des Kindes mit Kinotagen und einem großen Fest. Geplant war, an drei Tagen (Mo-Mi) Kinderfilme mit tieferem Sinn und einer anschließenden christlichen Botschaft im Kinosaal des Rathauses zu zeigen. Allerdings vergaß/verplante jemand von der Behörde, dass am Mittwoch schon eine andere Veranstaltung den Kinosaal belegte. Also mussten wir die Mittwochsvorstellung kurzfristig ausfallen lassen. Für Dienstag waren wir zusätzlich dafür zuständig, 50 Tüten Popcorn zu machen und zu füllen. Danach fuhren wir die Kinder unseres Clubs in mehreren Fahrten zum Rathausgebäude. Leider waren irgendwann alle Kinosessel belegt und nicht alle Kinder konnten mit ins Kino (das war am Montag leider ebenfalls so).

Am Samstag fand dann das Kinderfest statt. Jonathan half beim Auf- und Abbau mit und war für eines der acht Kinderteams mit zuständig. Über 500 Kinder und über 150 Erwachsene nahmen teil. Als wir anfingen (25 Minuten nach offiziellem Beginn!), waren erst etwa 300 Kinder und 100 Erwachsene gekommen. Während der ganzen Veranstaltung kamen dann aber immer mehr dazu. Eine Zusammenfassung des Kinderfest in zwei Worten: laut und bunt. Hier findet ihr noch mehr Bilder auf der Seite von Diospi.


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