Unser 7. Rundbrief ist kürzlich in die Post gegangen. Wer ihn auch erhalten möchte, soll sich bitte HIER bei uns melden. Danke!

Ostergarten

Wir wünschen allen gesegnete und besinnliche Ostertage!

 

Wer sollte uns verurteilen? Christus Jesus selbst ist ja für uns gestorben. Mehr noch, er ist der Auferstandene. Er sitzt auf dem Ehrenplatz zur rechten Seite Gottes und tritt für uns ein.

(Römer 8,34)

 

Dienstagabend fand im Colegio eine Art Ostergarten statt. Dieser funktioniert wie eine Ausstellung, bei der man die letzten Stunden Jesu durch Darstellungen, Anspiele oder Gedankenanstöße versucht, ein Stück weit nachzuempfinden. Der Ostergarten wurde von Lehrern und Schülern organisiert. Wir haben dazu die Grabhöhle Jesu gestaltet. Viele Schüler und vor allem Eltern kamen.

Hier ein paar Eindrücke:

 

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Der Mütterkurs geht in die zweite Runde

Von Mandy:

Vor zwei Wochen starteten Moni und ich wieder einen neuen Mutter-Kind-Kurs. Gespannt warteten wir, wer wohl kommen mag: Kommt überhaupt eine Mama mit ihrem Baby, kommen vielleicht vier? Und wer würde kommen? Wir hatten für den neuen Kurs eingeladen und es hatten auch Frauen zugesagt. Aber ob sie wirklich kommen würden, ist hier nie so ganz klar. Um 9 Uhr sollte es losgehen. Um 9:10 Uhr waren schon vier Mütter da, kurz darauf brachte eine Mutter aus dem letzten Kurs noch zwei weitere Mütter. Was für ein Geschenk! Wir fragten sie, woher sie die Mutter aus dem letzten Kurs kannten. Eine ist ihre Cousine. Die andere war am Tag zuvor mit ihrem Kind beim Impfen, die Mutter sah sie und lud sie ein. Sie kannte weder die Mutter, noch wusste sie, was das genau für ein Kurs war. Aber sie kam und hat sich wohlgefühlt. So konnten wir wieder einen neuen Kurs starten, die Mütter sind sehr offen und wir freuen uns auf die Zeit mit ihnen.

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Die Schwarze Witwe

Sonntagnachmittage nutzen wir gerne um Ausflüge in die Umgebung von Curahuasi zu machen. Vorletzten Sonntag wollten wir ein wenig in das Tal des Flusses Apurímac. Eigentlich wollten wir gemütlich picknicken, aber als wir entdeckten, wer sich dort bereits zum Picknick versammelt hatte, haben wir es doch lieber gelassen. Dort wimmelte es nur so von Schwarzen Witwen.

Diese Spinne hat ihren Namen daher, dass das Weibchen nach dem Akt der Fortpflanzung ihren männlichen Partner auffrisst und sich somit selbst verwitwet. Ihr Gift kann zwar insbesondere für Immunschwächere sehr gefährlich sein, allerdings gibt es durchaus gefährlichere Spinnen in Curahuasi.

 

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Compañerismo

Jeden Dienstag (1.-6. Klasse) und jeden Mittwoch (7.-11. Klasse) finden in der Schule 25-minütige Gottesdienste vor dem Unterricht statt. Diese werden von verschiedenen Themen (sogenannten Werten) überschrieben, die die Klassenlehrer parallel in kleineren Andachten auch mit ihren Klassen behandeln. Ziel ist es, eine auf biblischer Grundlage basierende ganzheitliche Erziehung zu geben. Zu Beginn des Schuljahres lautet das Thema compañerismo (dt. Kollegialität, Kameradschaftssinn).

Diese Woche wurde die Bedeutung des Wortes compañerismo verdeutlicht. In compañerismo stecken die lateinischen Wörter comedere (dt. essen) und panis (dt. Brot) – im Spanischen heißt Brot pan. Compañerismo bedeutet daher so viel wie: „das selbe Brot essen“. Eine wunderschöne Bedeutung dessen, was echte Gemeinschaft ausmacht. Als Christen denken wir direkt an zwei verschiedene Arten von Brot: das Wort GOTTES, welches wir gemeinsam lesen, und der für uns geopferte Leib Christi, der beim Abendmahl als Brot dargestellt wird, welches wir miteinander teilen. Echter compañerismo kann nur unter Christen zu finden sein, weil sie durch Jesus Christus verbunden sind.

 

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Hausbesuch und Schuljahresanfang

Von Jonathan: Am Donnerstag fand der Hausbesuch bei dem Jungen statt. Um anzukommen, mussten wir uns durchfragen und stießen dabei auch auf den Onkel des Jungen (er ist von sieben Tanten/Onkels) der einzige, der in Curahuasi wohnt und Verantwortung für den Jungen übernehmen könnte. Der Onkel war gerade bei der Feldarbeit als Tagelöhner tätig und trank Chicha (alkoholisches Maisbier). Es dauerte, bis wir ihn überzeugen konnten, mitzukommen. Er sollte für uns übersetzen, da die Großeltern fast kein Wort Spanish sprachen. Das Haus der Großeltern des Jungen ist nicht so weit weg von Curahuasi, aber doch ist die Welt dort ganz anders. Der Junge hatte ein eigenes Zimmer - ohne Fenster, ohne Licht, nicht abgedichtet und sein Besitz war ein kleines Regal, Essen in Tüten aufgehangen und ein Bett aus Holzbrettern mit mehreren schweren Decken, aber ohne Matratze. Das Gespräch mit ihm und seiner Familie war sehr nett. Er war sehr schüchtern, machte aber deutlich, dass er unbedingt kommen wolle. Wir erklärten alles sehr genau und Tante und Onkel übersetzten für die Großeltern ins Quechua. Wir hatten noch eine Voraussetzung: am nächsten Tag sollten alle nochmal in die Schule kommen und eine Erklärung unterschreiben, in der sie versichern, dass sie dem Jungen helfen (Schulsachen organisieren, an Elternabenden teilnehmen, etc.). Sie kamen leider nicht. Ich war sehr aufgeregt und habe x-mal aus dem Fenster geschaut, ob sie endlich auftauchen würden. Sie kamen aber leider nicht. Ich denke, dass dem Jungen dadurch eine sehr große Chance in seinem Leben genommen wurde/entgangen ist, möchte das jetzt aber einfach aus GOTTES Hand nehmen. Ein weiterer schwieriger Junge, der in meine Klasse kommen sollte, ist ebenfalls nicht aufgetaucht. Für mich ist das mit Sicherheit eine Entlastung, trotzdem hätte ich diese "Aufgabe" aber gerne auch angenommen.

Mich hatte der Hausbesuch so beeindruckt, dass ich am Abend kaum etwas essen konnte. Ich habe mich immer wieder gefragt, was der Junge an diesem Abend essen würde. Nicht, dass er gar nichts zu Essen hätte, aber als ich die Vielfalt auf unserem Abendbrottisch sah, wurde mir wieder bewusst, wie dankbar ich dafür sein kann.

Schulanfang

Am Freitagmorgen ging es los. Das Schuljahr startete mit etwa 350 Schülern. Zunächst gab es die obligatorische Formation mit Nationalhymne und dem Fahnenappell, danach fand ein Schulgottesdienst statt und im Anschluss hatte jeder Klassenlehrer Zeit, seine Klasse kennen zu lernen. Mein erster Eindruck war recht positiv, auch wenn es nicht mit einem deutschen Gymnasium vergleichbar ist. Manche haben zwei Minuten gebraucht, um ein Namensschild anzufertigen, andere hatten nach fünf Minuten noch nicht angefangen - und das in der 7. Klasse! Ich freue mich auf jeden Fall auf die Zeit und hoffe und bete, dass ich für die Schüler zum Segen sein darf.

Luana hat sich wieder sehr gefreut, in den Kindergarten gehen zu dürfen. Jaron wollte auch am liebsten dort bleiben, damit muss er aber noch ein Jahr warten.


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