Kinderclubweihnachtsfeier und Schulbibliothekseröffnung

Zwölf Kinder mehr als sonst

In der vergangenen Woche feierten wir im Kinderclub eine kleine Weihnachtsfeier. Bei Temperaturen über 25 Grad nicht gerade winterlich, aber trotzdem schön. Wir sangen, spielten, lasen einen Teil der Weihnachtsgeschichte vor und es gab Panettone und Kakao. Zum krönenden Abschluss erhielten die Kinder Preise für ihre regelmäßige Teilnahme und das Aufsagen von Lernversen. Das lockte natürlich auch Kinder an, die bisher kaum da waren. Dadurch waren wir 48 (!) Kinder. Endlich erhielten die Kinder auch die Bibelcomics, die wir mit der Spende von Louis aus Marburg gekauft haben. Ein „Gracias, Louis!“ hielten wir auf Video fest.


Bücher als Tor zur Welt

Seit November hat Jonathan die Leitung unserer Schulbibliothek übernommen. Diese haben wir nun ganz offiziell eröffnet. Eigentlich ist sie schon seit Jahren geöffnet. Allerdings haben wir erst seit der vergangenen Woche ein Leihsystem eingerichtet, das auch den Schülern ermöglicht, Bücher auszuleihen. Das ist ein großer Segen, weil viele Schüler keine oder nur wenige Bücher zuhause haben. In Peru sind Bücher deutlich teurer als in Deutschland und daher gibt es nur eine schwache Lesekultur in Peru.

Eine unserer Spanischlehrerinnen in Cusco berichtete uns, dass sie während ihrer gesamten Schulzeit kein einziges Buch gelesen habe. Mit 17 fing sie an, selbstständig Bücher zu lesen. Sie erschloss sich damit eine für sie unbekannte Welt. Ihre Familie dachte, dass sie dumm sei und aus ihr nie etwas werden könne. Tatsächlich studierte sie Literatur und wurde Spanischlehrerin.

So ähnlich wünschen wir es auch unseren Schülern. Sie sollen Bücher als ein Tor zu anderen Welten verstehen und eine ausgeprägte Lesekultur entwickeln. Dazu wollen wir im kommenden Schuljahr vermehrt Leseaktionen anbieten.

Ein Artikel zu der Bibliothekseröffnung erschien auch auf der Homepage von Diospi Suyana.

https://www.diospi-suyana.de/einweihung-der-schulbibliothek/

 


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Feierliche Übergabe der Zertifikate

Von Mandy: Gestern haben wir unseren Mutter-Kind-Kurs feierlich abgeschlossen. Ich habe noch einen Vortrag zum Thema Schlafen gehalten und es kamen wie immer viele Fragen. Einen wirklichen Schlafrhythmus und auch Rituale vor dem Schlafengehen zu haben, ist hier eher selten.

Zu unserer letzten offiziellen Sitzung wollten wir den Mamas eine Freude machen und haben etwas Leckeres mitgebracht: es gab selbstgemachte „Torta tres leches“, Panettone und heiße Schokolade. Panettone und heiße Schokolade gibt es hier um die Weihnachtszeit immer und überall.

Die Mütter bekamen am Ende alle ihre Zertifikate für die Kursteilnahme feierlich überreicht und waren sehr stolz darauf. Dies wurde mit gefühlt hunderten von Fotos zelebriert. Eine Mutter erzählte auch, dass sie immer sehr gerne gekommen sei und sie super viel gelernt habe, aber dass es sie auch viel gekostet hätte, jede Woche regelmäßig und einigermaßen pünktlich zu kommen, weil das hier nicht so üblich ist, dass man verbindlich jede Woche kommt. Jede einzelne Mutter hat sich nochmals für den Kurs bedankt und gesagt, dass sie sehr viel gelernt hätten und dass es auch wie eine Auszeit im Alltag für sie gewesen sei. Eine erzählte sogar lachend, dass sie jeden Tag auf den Donnerstag hingefiebert hätte, wann endlich wieder Kurs sei. Viele Mamas kommen sonst nicht so aus ihrem Haus, weil sie dort viel arbeiten müssen und nur für Erledigungen rausgehen und nicht, um Zeit für sich und ihr Baby zu haben.

Ich bin sehr dankbar, dass viele für den Kurs gebetet haben. Auf Wunsch aller Mütter werden wir unsere wöchentlichen Treffen fortsetzen – nicht mehr ganz so strikt, nicht mehr mit Zertifikaten und auch nicht jedes Mal mit vorbereitetem Thema, aber jedes Mal mit einer Andacht, Liedern, Spielen, Kaffee und Zeit für Fragen bei netter Gemeinschaft.

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Eine gute Investition

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die größte Spende, die wir in der Vorbereitungszeit erhalten haben. Louis Weigel aus Marburg spendete uns 74% seines Sparbuches (20€). Wir versprachen, dass wir eine gute Investitionsmöglichkeit suchen würden. Mittlerweile sind wir fündig geworden und haben von Louis die Erlaubnis, seine Spende dafür zu verwenden:

Die Kinder aus unserem Club lieben es zu malen. Leider fehlt den Eltern oft das Geld, um gute Malsachen zu kaufen. Was kann es da Besseres geben, als sie biblische Geschichten anmalen zu lassen. Wir haben in Cusco 50 Bibelcomics gekauft. Jedes Heft kostet 1,50 Soles (0,39€). Das reichte genau für 50 Hefte (75 Sole = 19,59€).  Diese werden wir am kommenden Dienstag bei der Weihnachtsfeier unseres Clubs an die Kinder verteilen. Sie werden sich sicher riesig darüber freuen.

Wir danken Louis herzlich für seine große Spende und beten, dass die Wirkung der Bibelgeschichten bei den Kindern noch größer wird.

 

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Ein Donnerstag

...der nicht alltäglich war, aber sich doch irgendwie schon normal anfühlt:

Wissenswettbewerb am Colegio Diospi Suyana

Von Jonathan:

Vor ein paar Wochen haben wir als Fachgruppe von Sciencias Sociales (ähnlich wie Gesellschaftskunde - Erdkunde, Geschichte & Wirtschaft) mit einem Wissenswettbewerb für die höheren Klassenstufen begonnen. Bei diesem Wettbewerb konnten die Schüler ihr Allgemeinwissen unter Beweis stellen. Einen Bericht zur ersten Runde gab es auf der Homepage von Diospi: https://www.diospi-suyana.de/sipas-wayta/

Zu Beginn der Planung meinte ich, dass ich ja mit der Erstellung des Quiz als Powerpoint helfen könne...da wusste ich nicht, auf was ich mich eingelassen hatte. Meine peruanischen Kollegen ändern sehr oft ihre Meinung und machen die Planung nicht vorher, sondern während der Ausführung - ich musste ständig was verändern oder neu machen. Sehr viele meiner Arbeitsstunde flossen in den Wettbewerb ein und umso froher war ich dann, als gestern endlich das Finale stattfand. Nächstes Jahr kann ich dann klarer sagen was wann erledigt sein muss. :-)

Wichtiger Besuch am Colegio

Der Schulleiter, Christian Bigalke, durfte vor wenigen Wochen unsere Schule beim reichsten Club Perus vorstellen. Die haben daraufhin ein Reporterteam zu uns geschickt, was gestern und heute Fotos und Interviews gemacht hat. Die Idee von Christian ist, dass 400 Clubmitglieder jeweils 500 US-$ spenden, damit wir damit das neue Kindergartengebäude bezahlen können.

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Unser erstes Jahr

Seit Freitag, 18:10 Uhr, sind wir schon ein Jahr in Peru. Spontan würden wir sagen, dass es sich nicht wie ein ganzes Jahr angefühlt hat. Blicken wir allerdings zurück auf die vielen Erfahrungen, Erlebnisse und was alles passiert ist, fragen wir uns, wie so viel in ein einziges Jahr passen kann.

Danke für Eure Unterstützung bis hierher. Danke für die Mails, Nachrichten, das Nachfragen, Briefe und Päckchen, die finanzielle Unterstützung und die vielen Gebete.

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