Ein Donnerstag

...der nicht alltäglich war, aber sich doch irgendwie schon normal anfühlt:

Wissenswettbewerb am Colegio Diospi Suyana

Von Jonathan:

Vor ein paar Wochen haben wir als Fachgruppe von Sciencias Sociales (ähnlich wie Gesellschaftskunde - Erdkunde, Geschichte & Wirtschaft) mit einem Wissenswettbewerb für die höheren Klassenstufen begonnen. Bei diesem Wettbewerb konnten die Schüler ihr Allgemeinwissen unter Beweis stellen. Einen Bericht zur ersten Runde gab es auf der Homepage von Diospi: https://www.diospi-suyana.de/sipas-wayta/

Zu Beginn der Planung meinte ich, dass ich ja mit der Erstellung des Quiz als Powerpoint helfen könne...da wusste ich nicht, auf was ich mich eingelassen hatte. Meine peruanischen Kollegen ändern sehr oft ihre Meinung und machen die Planung nicht vorher, sondern während der Ausführung - ich musste ständig was verändern oder neu machen. Sehr viele meiner Arbeitsstunde flossen in den Wettbewerb ein und umso froher war ich dann, als gestern endlich das Finale stattfand. Nächstes Jahr kann ich dann klarer sagen was wann erledigt sein muss. :-)

Wichtiger Besuch am Colegio

Der Schulleiter, Christian Bigalke, durfte vor wenigen Wochen unsere Schule beim reichsten Club Perus vorstellen. Die haben daraufhin ein Reporterteam zu uns geschickt, was gestern und heute Fotos und Interviews gemacht hat. Die Idee von Christian ist, dass 400 Clubmitglieder jeweils 500 US-$ spenden, damit wir damit das neue Kindergartengebäude bezahlen können.

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Unser erstes Jahr

Seit Freitag, 18:10 Uhr, sind wir schon ein Jahr in Peru. Spontan würden wir sagen, dass es sich nicht wie ein ganzes Jahr angefühlt hat. Blicken wir allerdings zurück auf die vielen Erfahrungen, Erlebnisse und was alles passiert ist, fragen wir uns, wie so viel in ein einziges Jahr passen kann.

Danke für Eure Unterstützung bis hierher. Danke für die Mails, Nachrichten, das Nachfragen, Briefe und Päckchen, die finanzielle Unterstützung und die vielen Gebete.

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Verabschiedung von Anna

Am letzten Samstag mussten wir uns frühzeitig von Anna verabschieden. Sie hat uns in den letzten Wochen bei der Betreuung von Luana und Jaron und im Haushalt geholfen. In ihrer Zeit durfte sie auch so manches Abenteuer miterleben (Unruhen in Curahuasi, Choquequirao und im Regenwald war sie).

Wir danken ihr für ihre Hilfe und wünschen ihr für ihren weiteren Lebensweg GOTTES reichen Segen.

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Estimulación temprana

"Frühförderung" im Mutter-Kind-Kurs

Von Mandy:

Seit dem 04.10. mache ich zusammen mit einer deutschen Hebamme einen evangelistischen Mutter-Kind-Kurs für junge Quechua-Mütter.

Im Kindergarten stellte man fest, dass es viele Kinder mit Entwicklungsverzögerungen gibt. Der Schulleiter, Christian Bigalke, wünschte sich daher, dass es etwas wie eine Frühförderung für die Kinder gäbe und kam mit diesem Gedanken zu mir. Zeitgleich entstand bei Monika Schmidt (der Hebamme) der Wunsch, etwas für junge Mütter anzubieten. Sie hatte festgestellt, dass viele Mütter nicht viel über ihre Babys wissen bzw. sie auch in manchen Dingen schlecht oder falsch mit ihnen umgehen. Das kann man hier tagtäglich auf der Straße beobachten. Beispielsweise liegen viele Babys fast nur auf dem Rücken oder werden den ganzen Tag herumgetragen, einige bekommen Getränke wie Cola oder Inca Kola in ihre Babyflaschen, etc. Deshalb haben wir beschlossen, einen Mutter-Kind-Kurs anzubieten.

Wir waren uns nur nicht sicher, wie dieses Angebot angenommen werden würde. Solche Kurse sind hier völlig unüblich und die Mütter können sich eigentlich auch keine Zeit für so etwas nehmen. Aber GOTT hatte es uns beiden aufs Herz gelegt, sodass wir dachten, dass ein Versuch nicht schaden könne. Umso erstaunter waren wir, dass gleich beim ersten Treffen fünf von sechs angemeldeten Frauen kamen. Sie waren sehr motiviert, offen und wirkten begeistert.

Einmal in der Woche treffen wir uns nun für ca. zwei Stunden. Wir starten die Kurse mit einem Bibeltext und einigen Gedanken dazu. Danach begrüßen wir die Kinder mit einem Lied und machen einige einfache motorische Übungen und erklären, warum man welche Bewegung macht oder wie man zum Beispiel ein Baby richtig hochhebt oder wickelt. Im Anschluss klären wir über ein bestimmtes Thema auf (zum Bsp. "Eine sichere Bindung zum Kind aufbauen", "Stillen und Schlafen" - viele Kinder schlafen erst gegen 22 Uhr und dann immer wieder am Tag, werden zwischendurch oft geweckt und haben dadurch keinen richtigen Tages- und Schlafrhythmus). Außerdem haben wir Experten eingeladen, die dann jeweils ein Thema übernehmen: eine Kinderphysiotherapeutin, eine Zahnärztin und eine Kinderärztin.

Vielen Müttern ist nicht bewusst, was mit ihrem Körper bei einer Geburt passiert und welche Folgewirkungen eine Geburt hat. Deshalb macht Moni, die Hebamme, jedes Mal ein paar Übungen zur Rückbildung mit ihnen. Nach einem gemeinsamen Abschlusslied haben die Mütter dann Zeit, bei Tee, Kaffee und Keksen, Fragen zu stellen. Diese unterscheiden sich teilweise stark von den Fragen, die man so typischerweise von (deutschen) Müttern kennt. Beispielsweise fragte uns eine Mutter vergangenen Donnerstag, ob es denn stimme, dass die Wangen der Kinder hängen (fallen) würden, wenn man die Kinder mit dem Kopf über seiner Schulter trägt (wie man es für gewöhnlich beim Bäuern macht). Durch diesen "Glauben" bäuern viele Mütter ihre Kinder nicht. Eine Mutter fragte uns, ob die Kinder denn ihre Hand in den Mund stecken dürften, um sich zu beruhigen, weil das hier bedeuten würde, dass dann ein weiteres Kind geboren werden würde und man sie zur Beruhigung ja sonst auch einfach stillen könne.

Wenn die Frauen regelmäßig teilnehmen, erhalten sie zum Abschluss ein Zertifikat, mit dem sie bei dem Bewerbungsverfahren für den Kindergarten von Diospi Suyana bevorzugt werden. Schön wäre es, wenn die Frauen in Folgekursen weiter begleitet werden könnten und der aktuelle Kurs in einigen Wochen mit weiteren Frauen erneut gestartet werden könnte.

Der Kurs macht mir bisher sehr viel Freude und zeigt, wie wichtig er für die Frauen und Babys hier ist. Ich hoffe, dass sich die Mütter auch weiterhin Zeit für die Kurse nehmen und er ihre Herzen und Familien verändern kann.

 

Diospi Suyana fehlt jetzt nur noch eine Universität. Dann könnten die Curahuasinos ihr ganzes Leben in Curahuasi verbringen. Ein Curahuasino kann im Hospital von Diospi zur Welt kommen, Frühförderung im Mutter-Kind-Kurs genießen, in den Kindergarten und die Schule von Diospi gehen und nach seiner Ausbildung, die bisher leider nur in den Großstädten gemacht werden kann, bei Diospi arbeiten. Wenn er krank ist oder auch im hohen Alter profitiert er vom Hospital. Wenn wir die Universidad Diospi Suyana haben, muss niemand mehr nach Cusco oder Lima gehen.

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Ein besonderer Sonntag

Taufen in Lucmus

Am Sonntagvormittag fand in Lucmus eine Taufe unserer Gemeinde statt. Ganze zwölf Täuflinge bekannten mit ihrer Taufe, dass sie Jesus Christus ihr Leben gegeben haben. Die Gruppe der Täuflinge war bunt gemischt. Eine Frau war so betagt, dass sie kaum ins Becken gelang, eine Frau war schwanger und eine war so klein, dass sie fast so schon unterging. Besonders schön war, dass sich fünf Schüler unserer Schule haben taufen lassen.

In einer ursprünglich katholischen Gegend, in der einerseits die Kindstaufe praktiziert wird und es andererseits sehr viele Namenschristen gibt, ist das Zeugnis einer Taufe von Erwachsenen im fortgeschrittenen Alter besonders beeindruckend. Wir haben uns sehr gefreut und diese Taufe sehr genossen.


Verabschiedungsfeier auf dem Capitán Rumi

Der Sonntagnachmittag war schön und traurig zugleich. Wir mussten uns von Christian von Rensen verabschieden. Er kam nach seinem Bachelorstudium für zwei Jahre nach Curahuasi, um als Informatiker mitzuhelfen. Außerdem arbeitete er in den Kinderclubs mit und leitete den deutschen Hauskreis (den Jonathan jetzt übernehmen wird). Wir hoffen, dass er nach seinem Masterstudium zurückkehren wird!

Für die Verabschiedung haben wir uns alle auf einem Teil unseres Hausberges getroffen. Jeder brachte Kuchen oder Finger-Food mit. Wir aßen, sangen und hatten eine schöne Gemeinschaft.

Für uns als Eltern ist es sehr schön zu sehen, dass Luana so gut in der Gemeinschaft der Missionarskinder angekommen ist. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, kam sie zwei Stunden lang nur zu uns, um essen und trinken zu können.


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